Monatsarchiv: April 2007

Vorratsdatenspeicherung bereits 15 Monate früher

Wie die Berliner Zeitung heute berichtet, soll noch vor der Sommerpause beschlossen werden, dass der bisher geplante zeitlich gestaffelte Start (Telefonie ab 1. Januar 2008, Internet-Kommunikation ab März 2009) nun hinfällig ist.
Stattdessen soll das gesamte Paket bereits zum 1. Januar 2008 starten – die Provider, die sowohl den finanziellen als auch organisatorischen Aufwand finanzieren müssen, bezeichnen diese Zeitvorgabe als vollständig unrealistisch.

Böse Zungen könnten nun natürlich behaupten, dass diese Hetze dazu dienen soll, die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen zu stellen, denn nur wenigen ist klar, was diese Vorratsdatenspeicherung denn konkret bedeutet.

Im Klartext heisst das:

  • Deine Telefon- bzw. Handynummer, die im Falle von VoIP die SIP-Nummer wäre
    und die aller Freunde und Freundinnen, Bekannten, Arbeitskollegen, Schul- und Studienfreunde und anderer Personen, mit denen Du per Telefon, Handy und VoIP sprichst und zum Beispiel SMS austauschst.
    Benutzt Du VoIP, auch Deine jeweilige IP-Adresse.
  • Wann und wie lange Du mit Deinen Kontakten kommunizierst.
  • Welche Übermittlungsdienste Deines Telefonieanbieters Du benutzt.
  • Deinen ungefähren Aufenthalt und den Deiner Kontakte über die Funkzellen, wenn Du mit dem Handy unterwegs bist.
  • Die IMSI und IMEI Nummern der verwendeten Handys
  • Deine E-Mail und IP Adresse sowie Kunden- und Kontendaten bei E-Mail Dienstenanbietern, die E-Mail Adresse aller Empfänger, an die Du E-Mails versendest.
  • Jeweils wann und wie lange Du E-Mails versendest
  • Generell immer die IP Adressen, die Dir von Deinem Internetzugangsprovider zugeteilt werden
  • Wann und wie lange Du über Deinen Internetzugangsprovider ins Internet gehst
  • Zugriff auf diese Daten haben die Ermittlungsbehörden und Geheimdienste – gespeichert werden die Daten für die Dauer von 6 Monaten

    Bravo, ein Hoch auf den deutschen „Rechtstaat“

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    Innenministerium: Online-Durchsuchungen längst Usus… ?

    ach wie nett….

    „…hat die Bundesregierung in einer Sitzung des Innenausschusses zugegeben, dass Online-Durchsuchungen von Computern durch Nachrichtendienste des
    Bundes bereits seit 2005 auf der Rechtsgrundlage einer
    „Dienstvorschrift“ vom ehemaligen Innenminister Otto Schily (SPD)
    stattfinden würden…“

    ähneln sich die beiden Herren Schäuble und Schily doch sehr, oder?

    http://www.golem.de/0704/51904.html

    Große Skepsis gegenüber gesonderter Blogger-Ethik

    „Ein Ehren- und Verhaltenskodex speziell für Blogger als Pendant zu den publizistischen Grundsätzen des Deutschen Presseratss
    wird von vielen Bloggern und Forschern hierzulande skeptisch gesehen.
    „Blogs sind groß geworden, weil es keine Regelungen gab“, betonte der
    Journalschreiber Don Dahlmann auf der Konferenz re:publica
    in Berlin. Wenn in den meist von subjektiven Meinungsäußerungen
    gekennzeichneten Weblogs nicht bewusst die Prinzipien der klassischen
    Berichterstattung gebrochen worden wären, hätten diese keinen kreativen
    Mehrwert entfaltet. Auch für den Konstanzer Informationswissenschaftler
    Rainer Kuhlen bietet das Netz die Chance, dass sich etwa im Bereich der
    öffentlichen Begleitung aktueller Ereignisse neue Gepflogenheiten und
    Normen entwickeln. Es wäre daher kontraproduktiv, Weblogs mit
    traditionellen Sanktionen überziehen zu wollen.


    Seit Tagen kocht in der Blogosphäre der Streit über eine Art
    Blogiquette hoch, eine Selbstverpflichtung der freien Web-Kommentatoren
    über die allgemeine Netiquette hinaus….“

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/88125

    „Code of Conduct“ für Blogger

    Es gibt Bestrebungen einen Verhaltenskodex für Blogger zu entwickeln.
    Es geht dabei nicht nur um die Frage, was gebloggt werden sollte und was nicht, vor allem die Frage, wie Blogger mit Kommentaren auf ihren Seiten umgehen sollten, steht im Mittelpunkt, denn schnell ist von Zensur die Rede, wenn Kommentare gelöscht werden.

    „Jeder ist für seine Worte selbst verantwortlich und hat auch das Recht, Kommentare in seinem Blog zu löschen, die nicht einem Mindestmaß an Höflichkeit entsprechen“

    da schließe ich mich voll an 😉

    weiterlesen kann man hier:

    http://www.golem.de/0704/51585.html

    Gefahr des Überwachungsstaates???

    Der Gegenwind wird immer heftiger……..

    „Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf (FDP) sprach in einem
    dpa-Gespräch von der Gefahr eines „Überwachungsstaates“, sollten
    Rasterfahndung und heimliche Online-Durchsuchungen von Computern
    erlaubt werden……“

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/88005

    schnell auf WPA umsteigen, sonst……?

    Forschern der TU-Darmstadt ist es gelungen, Angriffe auf
    WEP-verschlüsselte drahtlose Netzwerke weiter zu optimieren. Statt
    zwischen einer halben und zwei Millionen aufzufangender Pakete benötigt
    die neue Methode nur noch 40.000 Pakete, um mit einer
    Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent den Schlüssel eines WEP-WLAN zu
    errechnen.

    http://www.golem.de/0704/51549.html

    also ganz schnell umsteigen sonst funkt bald der nachbar mit 😉

    auf dem Weg zum Kontrollstaat

    ein Artikel über die „Osterphantasien“ von Wolfgang Schäuble

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/87939

    Falls man als Politiker nicht einfach seine Gesetze machen kann wie man will, kann man doch das Grundgesetz ändern, oder nicht?